Schnorchel Set

Sonntag, 29. August 2010

Tauchen in der dunklen Ostsee

Hallo,

auch in der Ostsee gibt es mit und ohne Schnorchel Set vieles zu entdecken. Wenn man an mares Tauchen Denkt kommt einem die Ostsee nicht als aller erstes in den Sinn. Doch auch hier gibt es einiges durch die Taucherbrillen zu entdecken! Auch wenn man Teilweise einen Schrecken bekommt, davon was man sieht!

Aus dem Schleswig-Holsteinischem Zeitungsverlag: Tauchen - Abenteuer in der Förde

Von wegen grüne Grenze. Zwischen Dänemark und Deutschland ist sie braun und schlickig. Zumindest hier, in 20 Metern Tiefe in der Flensburger Förde. In der dunklen Ostsee finden sich keine Seesterne mehr, keine Quallen, keine Miesmuscheln. Hier ist eigentlich nichts. Außer manchmal Günther Peters.
> Peters und seine Tauchpartner sind ganzjährig auf Entdeckungstour in der Ostsee zwischen Flensburg und Sonderburg. Ausgerüstet mit Trockentauchanzug und genügend Luft gehen sie auf die Suche nach Abenteuern vor der Haustür. Peters faszinieren die Wracks, die in der Förde schlummern. Gesunkene Schiffe, versenkte Munitionsreste oder ein untergegangenes Trockendock vor Sonderburg - das sind seine Ziele. Er geht sie methodisch an: Sein Boot hat er mit einem Seitenscansonar ausgestattet, das den Grund 60 Meter links und rechts des Schiffes per Schallwellen abtastet. So kann er größere Erhebungen ausmachen. "Das ist viel effektiver als mit dem Echolot", sagt er. Im vergangenen Sommer entdeckte er Erhebungen vor den Ochseninseln: ein untergegangener Ziegelfrachter, wie sich beim anschließenden Tauchgang herausstellte. "Der Frachter muss etwa 100 Jahre alt sein", mutmaßt Peters. Er sei aus Holz. Die Ziegel seien noch an Bord. Viel mehr ist nicht bekannt über das Wrack: Der Name ist nicht mehr zu lesen. 

Der 46-jährige Wahl-Däne springt oft mit deutsch-dänischen Teams ins Wasser. Übersetzungsprobleme gibt es nicht. "Man taucht halt zusammen, unter Wasser muss man ja nicht sprechen." Mit dem Boot geht es in kleinen Gruppen hinaus - mal Richtung Quellental bei Glücksburg, wo ein "Unterwasserhaus" - eine riesige, mit Luft befüllte Glaskuppel - einst eine kleine Attraktion war, mal in Richtung Gammelalbo. "Das ist prima zum Tieftauchen." Bis zu 70 Meter geht es hier hinunter. Hin und wieder fährt Peters auch nach Middelfart, zum Strömungstauchen. "Wenn man Glück hat", sagt er, "kann man in einer bestimmten Tiefe schnell in die eine Richtung treiben und ein paar Meter tiefer genauso schnell wieder zurück. Aber: Dagegen anpaddeln geht nicht."

Auch viele Reste aus dem Zweiten Weltkrieg ziehen den Taucher magisch an. Das Torpedoschnellboot S103, 1945 von Raketen im kleinen Belt versenkt. Stahlhelme liegen vor Glücksburg im Schlamm. "Die zerbröseln, wenn man sie anfasst." Auf deutscher Seite traf er mit einem Tauchpartner völlig unvermittelt auf Kriegsreste. "Wir haben eine Metallkugel gefunden. Mit so kleinen Nupsis dran", erinnert sich Peters. Eine Mine. "Mein Tauchpartner zeigte 'Explosion' an". Der ehemalige Türsteher breitet demonstrativ seine Arme aus, deutet an, wie eine riesige Detonation sich ausbreitet. Ein unbedachter Flossenschlag hätte die Mine auslösen können. "Wir haben unseren Tauchgang dann beendet", fügt er lakonisch hinzu. Munitionsreste sind nicht selten in der Förde: Bei Kriegsende entsorgte die Wehrmacht große Teile ihres Munitions- und Waffenbestands einfach ins Meer. Gefunden und geborgen ist noch längst nicht alles.

Eistauchgänge macht Peters gerne an der Brücke in Egernsund. "Im Winter ist die Sicht dort grandios. Man kann manchmal von einem Brückenpfeiler zum anderen sehen." Erst im Februar haben er und seine "Buddies", so heißen Tauchpartner im Fachjargon, den Tauchgang im Egernsund genutzt, um Muscheln zu holen. Die gabs dann zubereitet im Peters’ warmer Stube zum jährlichen Muschelessen der deutsch-dänischen Taucherclique.

Die grenzüberschreitenden Taucher-Netzwerke funktionieren gut - und sie sind informell. Einen deutsch-dänischen Tauchclub oder eine offizielle Institution gibt es nicht. Peters selbst ist Mitglied im Sonderburger Tauchclub (Dykkerklub Sønderborg), seine Buddies und er finden sich aber meistens übers Internet oder Bekanntschaften bei Tauchgängen - ein privates Netzwerk. 

Große Unterschiede gebe es nicht zwischen den beiden "Tauchkulturen", sagt Peters. Ein wenig entspannter gehe es in Dänemark zu: Man müsse nicht immer zeigen, was man hat und was man kann. "Deutsche Taucher glauben schnell, sie seien Jacques Cousteau", sagt Peters.

Im Mittelmeer vor Malaga ist Peters schon getaucht, im artenreichen Roten Meer ebenso, im glasklaren Wasser der norwegischen Fjorde. 1400 Tauchgänge hat er hinter sich. So viele, dass er sein Logbuch schon gar nicht mehr ausfüllt. Ihn reizt die Förde vor der Haustür aber immer noch und immer wieder. Warum? "Hier gibt es noch so viele spannende, unentdeckte Sachen."

Noch ein kurzes Video über die Ostsee Unterwasserwelt!

 

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