Tauchen ist kein Sport in der Stadt - und erst recht nicht in Ulm? Irrtum! Allein drei Tauchschulen sind vor Ort. Geübt wird in den umliegende Baggerseen. Christopher Meyer zu Reckendorf (26) hat bei Wolfgang Schüle seinen Tauchschein gemacht. Zuletzt war er mit ein paar "Buddys", so nennen sich Taucher untereinander, in Kroatien. Lest hier, was euch Christopher von seinem Hobby erzählen will:
"Schwerelos abtauchen in eine andere Welt", sagt Christopher mit funkelnden Augen: "Einfach unbeschreiblich!" Wenn der 26-jährige Bio-Student an seinen Tauchurlaub in Kroatien zurückdenkt, spiegelt seine Mine pure Begeisterung wieder. Der Tripp ist zwar noch nicht einmal einen Monat her, doch Christopher würde lieber heute als morgen wieder in das klare bläuliche Wasser bei Stara Novalja auf der Insel Pag eintauchen. Bis dahin muss er sich jedoch mit den hiesigen Baggerseen begnügen. Dort, wo er bei Lehrer Wolfgang Schüle (59) in fünf Freiwasserterminen seinen Tauchschein "Open Water Bronze" gemacht hat.
"Gute Luft", wie der Taucher sagt.
Christopher in Action!!!
"Bevor wir rausgegangen sind, haben wir zehn Kurse im Schwimmbad gehabt und etwa acht Doppelstunden Theorieunterrricht", erinnert sich Christopher. Da geht ja ganz schön viel Zeit drauf! "Auf jeden Fall." Aber eine fundierte Ausbildung sei immer besser als ein Crash-Kurs im Urlaub: Nicht nur, weil man auf Dauer davon viel mehr habe, sondern auch, weil man das Tauchvergnügen dann viel besser genießen könne. "Wir mussten ja nicht mehr die Basics lernen, haben losgelget und sind direkt tief runtergetaucht", sagt Christopher, der in Kroatien teilweise in über 40 Metern Tiefe das Mittelmeer erkundete.
Vielfältige Ausrüstung
Ohne Vorkenntnisse kaum denkbar: Schließlich ist Tauchen immer auch mit einem gewissen Riskiko verbunden und ohne die richtige Planung und das Einhalten gewisser Regeln schlicht Selbstmord. Allein das Equipment ist schon sehr umfangreich: Anzug, Jacket, Flasche, Atemregler, Tauchcomputer, Schnorchel und spezielle Geräteflossen. Anders als herkömmliche Schwimmbadflossen bestehen diese aus zwei Teilen. An Land kann der Taucher alles Hinderliche abnehmen, so dass er nur noch Füßlinge trägt. Die mehrere Kilo schwere Ausrüstung im Watschelgang über den Strand zu tragen, wäre sonst nur unnötiger Aufwand.
Vier Sterne unter Wasser
Beim Tauchgang selbst wird dann nichts dem Zufall überlassen: Einem Briefing, in dem der Lehrer die Gegebenheiten erklärt, folgt der so genannte "Buddy-Check". Die Tauchpartner überprüfen jeweils die Ausrüstungen des anderen. "Die oberste Regel", sagt Christopher: "Beim Tauchen machst du keine Alleingänge, sondern immer alles zu zweit." Er selbst darf mit seinem Bronze-Schein nur in Begleitung eines Goldtauchers unter Wasser gehen- die so genannte Vier-Sterne-Regel, wie sie der Verband CMAS vorschreibt: Bronze gleich ein Stern, Silber gleich zwei Sterne und Gold gleich drei Sterne. Die Taucher müssen zusammen immer mindestens auf vier kommen. Bronze muss also mit Gold tauchen, Silber kann sich mit Silber zusammentun.
Einmal Luft ablassen bitte!
Dann ab ins Wasser: Das Jacket ist mit Luft gefüllt, so dass der Taucher zunächst oben bleibt. "Weil der Auftrieb größer ist als der Abtrieb", sagt Christopher, während er die ganze Prozedur im Stehen nachmacht. "Per Knopfdruck kann ich die Luft aus dem Jacket lassen. Funktioniert aber nur, wenn ich dabei den rechten Arm anhebe. Dann mache ich einen Schwimmschlag, um runterzukommen und zum Schluss öffne ich hinten den Schnellablass." Das fühle sich dann an, als ob man fliegen würde.
Druckausgleich notwendig
Jetzt allerdings nicht vor Euphorie abheben, denn Konzentration ist gefragt: Die Wassermenge übt einen großen Druck auf den Körper aus, der gerade im Ohr deutlich spürbar ist. Das kennt ihr vielleicht aus dem Schwimmbad. Damit das Trommelfell nicht platzt, muss ein Druckausgleich über die Atmung stattfinden. Die einfachste Methode: "Nase zuhalten und dann ausatmen", sagt Christopher. Nach den ersten zehn Tiefenmetern werde es besser.
"Urplötzlich starkes Herzrasen"
Trotzdem ist weiterhin Vorsicht angesagt: "Wer zu tief runtergeht, kann einen Tiefenrausch bekommen, weil der Stickstoffgehalt immer mehr zunimmt und narkotisch wirkt". Christopher hat ihn selbst erlebt: "Ich habe urplötzlich starkes Herzrasen bekommen." Eile sei geboten gewesen: schnell dem "Buddy" ein Zeichen geben und langsam und kontrolliert aufsteigen. Ob und wann es zu einem Tiefenrauch komme, hänge von der körperlichen Verfassung ab. "Ich habe am Abend zuvor vielleicht das ein oder andere Bier zu viel getrunken", mutmaßt Christopher lächelnd.
Langsamer Aufstieg
Aber selbst in einer solch brenzligen Situation heißt es Ruhe bewahren: Zu schnelles Auftauchen ist gefährlich. Im Blut können sich sonst Stickstoffblasen bilden und die Arterien verstopfen. Damit das nicht passiert, zeigt der Tauchcomputer die richtige Aufstiegsgeschwindigkeit an.
Vielleicht bald in die Karibik
Gar nicht so einfach, und vor allem gar nicht so ungefährlich! Christopher ist trotzdem immer wieder mit Leib und Seele dabei. "Die Unterwasserwelt, die Schwerelosigkeit - einfach unbeschreiblich", sagt er schwärmerisch. 40-Meter-Tauchgänge, Kraken und Tiefenrausche sind zwar hier in Ulm und Umgebung nicht drin, bis zum nächsten Urlaub reichen aber auch die Baggerseen in Ludwigsfeld oder Ersingen mit durchschnittlich vier Metern Tiefe. "Es ist auch toll, wenn ein Hecht an dir vorbeischwimmt." Außerdem hat Christopher sein nächstes Ziel schon fest vor Augen. Wolfgang Schüle plant mit seiner Tauchschule einen Urlaub auf der Insel Bonaire in der Karibik. Wer weiß, vielleicht geht führ ihn dann der nächste Traum in Erfüllung: einmal mit einem Weißen Hai tauchen.

Die Wettervorschau verhieß Sonnenschein, so entschied ich mich endlich zu meiner geliebten Schnorcheltour. Für 160,- B$ wurde ich von einem Bus am Hotel abgeholt und nach Bridgetown gefahren. Von dort startete ich mit 18 weiteren Urlaubern in die karibische See. Wir blieben erstaunlicherweise immer in Sichtnähe der Küste. Bis zur ersten Station vergingen gerade einmal 30min.
